06.10.2026
Wego vti startet ersten E-Lkw mit Hochkran
Firmeninfos
Am Standort Kelsterbach bei Frankfurt am Main beginnt im Fuhrpark von
Wego vti ein neues Zeitalter: Der Baustoffgroßhändler nimmt den ersten rein elektrischen Hochkran-Lkw in Betrieb und ist dabei gewissermaßen als Pionier in der Branche unterwegs.
Mit diesem Pilotprojekt im hessischen Kelsterbach stellt Wego vti die schon seit Jahren konsequent fortgeführte Elektrifizierung des Fuhrparks auf eine neue Ebene. Zunächst wurden und werden die zahlreichen Lager- und Mitnahmenstapler nach und nach auf Elektromodelle umgestellt, ebenso wächst die Zahl der vollelektrischen Firmen-Pkw kontinuierlich weiter. Nun wird auch für die rund 200 Fahrzeuge umfassende Lkw-Flotte ein neues Antriebszeitalter eingeläutet. Alexander von Weinzierl, als Bereichsleiter Operations auch verantwortlich für den Fuhrpark des Systembaustoffhändlers, erklärt das Besondere an diesem Schritt: „Es gibt zwar bereits Elektro-Lkw mit Absetzkränen und Mitnahmestaplern. An einen batterie-elektrischen Hochkran-Lkw hat sich in der Branche aber bisher noch niemand herangetraut. Für uns als Wego vti ist die Reduktion des CO
2-Fußabdrucks bei unserem großen Fuhrpark elementarer Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir setzen auf unseren eigenen Fuhrpark und wollen diesen konsequent nachhaltiger gestalten.“
Die Entscheidung zur Umsetzung dieses anspruchsvollen Vorhabens fiel bereits vor mehr als 18 Monaten. Beim neuen MAN eTGS ging es vor allem um die angestrebte Kran-Ausstattung: „Der Aufbau eines Hochkrans erfordert besondere technische Voraussetzungen – vor allem hinsichtlich der Stärke des Nebenantriebs“, erläutert Alexander von Weinzierl. Hier liefen enge Abstimmungen zwischen Wego vti, MAN, Döhle Fahrzeugbau und Palfinger als Kranlieferant. Tobias Bauregger, Key Account Manager von Palfinger, erklärt: „Die intelligente Technologie des Ladekrans PK 250 TEC kombiniert hohe Präzision, innovative Assistenzsysteme und große Leistungsfähigkeit mit den Vorteilen eines vollelektrischen Fahrzeugs. Das ermöglicht emissionsfreies Arbeiten am Einsatzort, deutlich reduzierte Geräuschentwicklung und hohe Effizienz bei jedem Hub.“
Der Hochkran hat eine maximale Reichweite von 25 m, hebt bis zu 1.200 kg und passt somit genau in das Anforderungsprofil von Wego vti. Die Nutzlast des eTGS entspricht in etwa der des Verbrenner-Pendants, zum Ausgleich des Batterie-Gewichts darf der E-Lkw ein höheres zulässiges Gesamtgewicht aufweisen. Seine Batterie-Kapazität von 350 kwh (brutto) reicht für ungefähr 250 km Strecke. Damit lassen sich vom Standort Kelsterbach aus alle üblichen Baustellen im Großraum Frankfurt ohne Probleme beliefern. Zusätzlich wurde im Rahmen des Projektes in der Niederlassung eine 200-kW-Schnellladesäule installiert – die entsprechende Anschlussleistung war an diesem großen Standort in der Nähe zum Flughafen bereits verfügbar. Darüberhinaus kann der Lkw an jeder Schnellladestation (DC) laden – allerdings sind viele Ladeparks hinsichtlich Größe und Zufahrt nur auf Pkw ausgerichtet.
Für den ersten Schritt in die elektrische Lkw-Hochlogistik wurde kräftig investiert. Alexander von Weinzierl betont: „Die Kosten für e-Fahrgestelle betragen derzeit noch etwa das 2,5-fache der Kosten für die Verbrenner-Versionen. Hinzu kommen in unserem Fall noch erhebliche Investitionen für die Schnelllade-Infrastruktur. Während im Langstreckenverkehr bereits heute durch den Wegfall der Streckenmaut ein positiver Business Case dargestellt werden kann, gilt dies Baustellenbelieferungen auf der letzten Meile nicht. Weil der E-Hochkran ein wichtiges Pilotprojekt hinsichtlich der Elektrifizierung der Baustellenlogistik darstellt, wurde unser Projekt durch die Innovationsförderung Hessen unterstützt.“
Wego vti plant im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie die weitere Elektrifizierung der Lkw-Flotte. Hier werden die von nun an gesammelten Erfahrungen mit dem neuen MAN eTGS einfließen.
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