02.04.2025
FEB: Facelifting für Verbands-Literatur geplant
Firmeninfos
Die Mitglieder des Arbeitskreises (AK) Technik des Fachverbands der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) trafen sich im Frühjahr 2025 zum gemeinsamen Austausch in den Räumlichkeiten von Uzin Utz Nederland. Der dortige Standort des Bauchemieherstellers gilt auch noch zehn Jahre nach der Fertigstellung als „grünste“ Produktionsstätte in den Niederlanden – und wurde deshalb damals von Königin Máxima persönlich eingeweiht. Neben der ökologischen Bauweise imponiert die großzügige, transparente Architektur in den Innenräumen mit überwiegend gläsernen Büros.
Norbert Böhm, der scheidende Leiter der Anwendungstechnik Außendienst bei Uzin Utz, hatte zu seinem Abschied an den Standort in Haaksbergen bei Enschede eingeladen – er geht in den Ruhestand. Böhm, der FEB-Vorsitzende Volkmar Halbe und Bernd Greve, stellvertretender Vorsitzender und Sprecher des AK Technik, konnten vor Ort gemeinsam 25 Produkt- und Anwendungstechniker aus dem FEB-Kosmos begrüßen. Halbe informierte über aktuelle Themen der Branche und zur Normung. Gemeinsam wurde über derzeitige anwendungstechnische Herausforderungen diskutiert. Ein wichtiges Thema dabei: Der FEB und viele seiner Mitglieder unterstützen die Ausbildungsinitiative „Das ist Bodenhandwerk“. Bei Betrachtung der aktuellen Ausbildungszahlen, die das vierte Jahr in Folge gesunken sind (557 Parkettleger-Lehrlinge, -7,5 %; 380 Bodenleger-Azubis, -9,5 %), betonten die Anwesenden: „Die Unterstützung dieser Initiative ist dringend notwendig.“
Teilnehmer laufen über den „Catwalk“
Norbert Böhm präsentierte die Erfolgsgeschichte von Uzin Utz Nederland. Der Fußbodenspezialist ist seit 1967 in Haaksbergen bei Enschede ansässig und seit 2013 im Gewerbegebiet Stepelerveld untergebracht. Die „grüne Fabrik“ zeichnet sich durch eine besonders nachhaltige und innovative Bauweise aus. In der Uzin Utz-Gruppe soll der Standort ein ähnliches Produktspektrum wie der Hauptsitz in Ulm abbilden und mittelfristig die Logistik für Nordeuropa steuern. Ein Höhepunkt für die Teilnehmer war die Besichtigung der gesamten Betriebsstätte auf einem schwindelerregendem „Catwalk“ in zehn Metern Höhe über Produktion und Lager. Dabei handelt es sich um eine begehbare Metallkonstruktion unterhalb der Decke, die den Besuchern einen optimalen Einblick in diese Bereiche gewährt, ohne die dortigen Arbeiten zu stören.
Sven Höfels, Mitarbeiter der Agentur DIM-Abteilung – die unter anderem die Ausbildungsinitiative „Das ist Bodenhandwerk“ begleitet – bot einen überraschenden Einblick in das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Er zeigte dabei auf, wie weit die KI schon in unseren Alltag vorgedrungen ist. Außerdem präsentierte Höfels eine Anleitung, wie KI sinnvoll und effektiv genutzt werden kann: „Wir müssen prüfen, was wir erreichen wollen und dann klären, mit welchem Tool wir das tun können.“
Informationen zur Messung der Belegreife
Bernhard Grewing – in der Branche als versierter Produkt- und Anwendungstechniker (zuletzt Windmöller) im Ruhestand bekannt – ist wieder aktiv: Er repräsentiert nun im deutschsprachigen Raum das irische Unternehmen Tramex aus Dublin. Dieses gilt als ein führendes Unternehmen bei der Konstruktion und Produktion nicht invasiver Feuchtigkeitsmessgeräte. Durch die Präsentation führte Grewing zusammen mit Kelvin Rynhart, dem geschäftsführenden Gesellschafter von Tramex. Dabei ging es nicht um das Thema „KRL- versus CM-Messung“, sondern um den Vergleich unterschiedlicher Methoden zur Messung der Belegreife von Untergründen. Außerdem wurden verschiedene Geräte bis hin zur digitalen Dokumentation vorgestellt.
Natürlich wurde auch der umfangreichen FEB-Literatur wie dem Technic Explorer und den Technischen Informationen (TI 1 bis TI 7) ausreichend Zeit zur offenen Diskussion gegeben. Das Ergebnis: Alle Technischen Informationen werden ein sogenanntes Facelifting, also eine smarte Überarbeitung der Inhalte erfahren. Strukturelle Überarbeitungen seien laut FEB nicht erforderlich, da die Inhalte noch richtig und aktuell seien. Außerdem werden die TI 8 „Gesund arbeiten und null Unfälle mit elastischen Bodenbelägen“ sowie die TI 9 „Sichere und einfache Bestimmung der Belegreife“ in den nächsten Monaten weiter bearbeitet.
Zum Anschluss der Veranstaltung in den Niederlanden zogen Volkmar Halbe und Bernhard Greve ein überaus positives Fazit in ihrem gemeinsamen Schlusswort: „Motivierte Fachleute aus dem Systemaufbau mit elastischen Bodenbelägen stellen sich den Herausforderungen der Praxis. Schwierigkeiten und technische Herausforderungen werden proaktiv bearbeitet und unternehmensübergreifend gelöst. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Treffen im Herbst 2025.“
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Foto/Grafik: FEB
Die Teilnehmer der Tagung (von links): Dr. Melike Bayram (Evonik), Alwin Proppe (Dr. Schutz), René Werner (Forbo Flooring), Carsten Gandera (Uzin), Kelvin Rynhart (Tramex), Maik Evers (Mapei), Volkmar Halbe (FEB), Bernhard Grewing (Tramex), Ralf Putze (Unilin), Norbert Böhm (Uzin), Sven Müller (Windmöller), Norbert Lauhöfer (Carl Prinz), Hendrik Thoms (Sika Deutschland/Schönox), Thomas Neuhaus (Eurofins), Ingo Aulich (Project Floors), Wolfram Schreiner (PCI), Stefanie Rau (Altro), Artur Podkowa (Stauf), Martina Kandler (Lott Lacke), Stephan Winkler (Tarkett), Bernd Greve (Project Floors), Florian Guttenbacher (TFI Aachen) und Jörg Dronia (Wulff). Auf dem Foto fehlen: Andreas Cellar (Leister), Rüdiger Dicke (Unifloor), Martin Kupka (Ardex) und Uwe Viebrock (wellcomm).

Foto/Grafik: FEB
Der FEB-Vorsitzende Volkmar Halbe (links) verabschiedete Norbert Böhm (Leiter Anwendungstechnik Außendienst bei Uzin Utz), der in den Ruhestand geht.

Foto/Grafik: FEB
Referent Sven Höfels von der Agentur DIM-Abteilung berichtete, dass die Entwicklung von KI so rapide verlaufe, sodass täglich neue Tools entstehen.

Foto/Grafik: FEB
Bernhard Grewing präsentierte die Messmethoden des irischen Unternehmens Tramex.