Nach langer, mit großer Geduld ertragener Krankheit ist am 8. September 2026 Dr. Ulrich Fries verstorben, über Jahrzehnte lang erfolgreicher Unternehmer, der den von seinem Vater gegründeten Bodenbelags- und Holzhandel mit Weitsicht ausgebaut hatte. Dabei hatte er sich seinen Lebensweg anders vorgestellt; der Germanist und Soziologe promovierte an der berühmten Harvard University in Cambridge und wollte danach eine Professur in den USA antreten. Doch statt sich seiner Leidenschaft, der Literatur, zu verschreiben, folgte er dem Ruf seines Vaters zurück nach Kiel.
Gemeinsam nutzten sie nach der Wiedervereinigung die Chance zur Expansion in den Osten, bereits 1990 nahmen die ersten Mitarbeiter in einer Halle in Genzlin die Arbeit auf, weitere Standorte in den neuen Bundesländern folgten. Auch am Stammhaus im Kiel blieb es mit mehreren Akquisitionen und Umzügen dynamisch. Zu seiner aktiven Zeit entwickelte Fries das Unternehmen zu einer Gruppe mit 13 Standorten und über 400 Mitarbeitenden. 2015 gab er die operative Geschäftsführung an seinen Nachfolger Dr. Mario Hölscher ab, der 2025 auch die Mehrheitsanteile übernahm.
Bis fast zuletzt blieb Fries Ratgeber und Gesprächspartner, konnte sich parallel wieder verstärkt der Literatur widmen. Sein großes Lebensthema war der Schriftsteller Uwe Johnson. Er stiftete sogar der Universität Rostock die Uwe Johnson-Professor. Sein weitreichendes soziales Engagement behielt er hingegen meist für sich. Geschäftsleitung und Mitarbeitende der Fries-Gruppe würdigen ihn als herausragenden Menschen und weitsichtigen Vordenker. „Sein Wirken und seine Werte werden im Unternehmen fortleben“, unterstreicht Dr. Mario Hölscher.